| Start | Ziel | km |
|---|---|---|
| Povoa de Varzim | Fão | 21 |
Zum Frühstück hat Christiane eine Location rausgesucht, die etwa zwei Kilometer von unserer Unterkunft entfernt ist. Normalerweise ist mir vor dem Frühstück nur ein minimales Aktivitätslevel möglich, aber mit einer Banane im Bauch schaffe ich es bis zur Bar und habe damit schon vor meinem eigentlichen Start in dem Tag ein Zehntel der Strecke geschafft. Großartig.
Sprachlich ist es hier etwas schwierig, ich kann aber auf eine bebilderte Brotauswahl zeigen, zudem ist queijo eines meiner zwanzig portugiesischen Wörter. Mir wird schließlich ein riesiger Käsetoast serviert, den ich neben meinem Nutella Croissant nur zur Hälfte verspeisen kann. Bis zum Abend bin ich damit erstmal gesättigt.

Anschließend verlassen wir Póvoa de Varzim und sind dann erstmal etliche Kilometer auf dem Holzweg unterwegs. Wir kommen mit Heidi ins Gespräch, mit der wir ein ganzes Stück zusammen laufen, und während wir uns darüber austauschen, wo wir herkommen und hingehen und warum wir das alles machen, sind die Füße und der Rucksack für ein paar Kilometer vergessen – that’s the magic. Das ist schon etwas Besonderes auf diesem Weg, dass man innerhalb kurzer Zeit in ein sehr persönliches Gespräch findet, alleine eine Pipipause die Begegnung aber auch abrupt wieder enden lassen kann.


Zu Mittag machen wir wieder eine ausgedehnte Pause am fast menschenleeren Strand. Hunger habe ich zwar tatsächlich keinen, dafür lege ich wieder einen Ganzkörper-Kneippgang ein, der herrlich erfrischt. Wir genießen die anderthalb Stunden außerordentlich, ein besseres Akku-Aufladen hätte es nicht geben können.

Das Meer war aber leider nicht in der Lage, meine Füße wieder in einen Normalzustand zu versetzen. Ich hatte gestern Abend einen Blasenpflaster-Produktest angesetzt, dessen Auswertung nun vorliegt: das Drogeriemarkt-Produkt hat sich über Nacht (!) von der Ferse gelöst, die teure Variante hat hingegen selbst den Waschgang im Atlantik überstanden. Mein ganzer Fuß ist eine einzige glühend rote Pustel, sodass ich beschließe, am Abend noch ein Blasenpflaster-Investment zu tätigen.
Trotz der kleinen Wehwehchen bin ich nach der Pause in bester Pilger-Laune. Wir laufen durch ein kleines Dorf und scheinen den Tourismus für heute hinter uns gelassen zu haben. In der Kirche von Apulia machen wir nochmal Pause für Körper und Geist – eine Toilette im Hof und ein großer, bunter Regenbogen, der sich über den gesamten Altarraum streckt. Da habe ich natürlich meine eigene Interpretation zu, aber so habe ich das in einer traditionellen Kirche noch nie gesehen.

Schließlich führt uns der Weg noch durch ein Stück herrlich duftenden Eukalyptuswald. Wir kommen schließlich mit ein wenig Kraftreserven in dem netten Örtchen Fão an und beziehen ein Zimmer in einem sehr gemütlichen Hostel (do Alto), wirklich sehr zu empfehlen.

Ich bin sehr dankbar für die Begegnungen heute, kurz, aber herzlich, sie machen den Weg viel bunter und reicher – und dafür, dass ich die Energie dafür habe, mich neugierig darauf einzulassen.
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