Wenn die Luft anfängt nach Knospen und Insektenbrummen zu riechen, wenn die ersten Bäume anfangen zu blühen und das Gras wieder grüner wird, dann beschleicht mich oft eine bestimmte Sehnsucht – nach Aufbruch, nach dem Frühling, nach Lebendigkeit. Während es mich dabei früher in den Burgund zog, bleiben meine Gedanken heute immer an Italien hängen, auf dem bergigen Weg zwischen Florenz und Assisi, bei Pilger-Capucchini auf den unglaublich schönen Etappen durch die Toscana und Umbrien.
Leider bleiben uns diesen Frühling nur vier Tage für eine Pilgerreise – Francesco, Jakob und Olav müssen daher weiter warten. Wir entscheiden uns schließlich für den Lutherweg – von zuhause aus liegt Eisenach mit dem Fahrrad in Reichweite.
Da mich über Ostern eine Erkältung niedergestreckt hat, verwerfe ich meinen Plan, mit dem Biobike und Gepäck durch die hessischen Mittelgebirge zu fahren und nehme das E-Bike. Nie habe ich eine sinnvollere Erkältung gehabt, auch wenn mein Powerpack schon 27.000 km auf dem Buckel hat.
Auf den Lutherweg stoßen wir kurz vor Mücke, wobei sich die Tour auf weitgehend bekanntem Terrain noch sehr nach einem Tagesausflug anfühlt, wenn gleich einem sehr schönen. Wir kommen heute bis Romrod, wo wir zwar – wie öfter an diesem Tag – vor verschlossenen Kirchentüren stehen, aber eine Eisdiele uns für die bergige Etappe entlohnt.
So ganz bin ich noch nicht auf dem Weg angekommen, vielleicht liegt es am Fahrrad, dem fehlenden Rucksack, vielleicht an Martin und der fehlenden protestantischen Pilgertradition, zu der ja gerade Luther sicher einiges zu sagen hat.
Doch kommt es ja auch nicht darauf an, wo und wie wir unterwegs sind – sondern darauf, womit wir uns verbinden.
Und eines bin ich definitiv: angekommen im Frühling, in dem es so sehr nach Lebendigkeit duftet.











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