Aufbruchstimmung. Vor ziemlich genau einem Jahr sind wir in einen Zug gestiegen, der uns nach Florenz brachte, von wo aus wir zu einem großen Abendteuer aufgebrochen sind, dem Franziskus-Pilgerweg.
Heute sind wir wieder augebrochen. Die Rucksäcke sind schon gepackt. Mit den gleichen Hosen, T-Shirts und Schlafanzügen. An meiner Seite wieder meine Frau, von der mir letztes Jahr notierte, dass ich niemals ohne sie pilgern wollen würde. Doch diesmal geht es in ein Flugzeug, Portugal statt Spanien, Jakobus statt Franziskus. Auf dem Jakobsweg von Porto nach Santiago de Compostela.
Die Sache mit Jakob und Franz hat uns eine Weile beschäftigt. Der franziskanische Geist war auf dem italienischen Cammino an vielen Stellen so greifbar, die Naturverbundenheit, die Simplicity, der Aufruf zum Frieden. Und sein historisch belegtes Wirken an diesen Orten, dass man sich immer wieder gut vorstellen konnte.
Das mit dem Apostel und den historischen Belegen ist ja so eine Sache. Nachgewiesen ist hingegen, dass Menschen seit Jahrhunderten schon nach Santiago gepilgert sind, man geht also in traditionsreichen Fußstapfen. Diese werden in den sozialen Medien gerne auch mal unsanft verteitigt, Vorbucher und Hotel-Übernachter als Camino-Zerstörer bezeichnet. Aber ich stehe zu meinem Sicherheitsbedürfnis und bin trotzdem sehr gespannt, wie sich dieser Camino anfühlt, was er in mir anrühren oder bewegen wird.
Nach unserer Rückkehr im letzten Jahr fragte mich jemand, ob ich nach der Pilgerung nun ein anderer Mensch sei. Ich verneinte, ich hätte jetzt ein bisschen mehr Wanderkondition und fühlte mich definitiv reicher nach dieser tollen Erfahrung. Ansonsten änderte das Pilgern aber nicht so viel an dem, was ich liebte oder was mich herausforderte. Im Rückblick scheint es mir eher, als hätten die dann folgenden zwölf Monate Veränderungen gebracht, die mir die Erinnerungen an den Franziskus-Weg heute sehr besonders erscheinen lassen – die Trauung in unserer Kirche, die Entdeckungstour durch meine Identität, die letzten Monate, in denen ich mich öfter vom Lastwagen überfahren als vom Radfahren beflügelt gefühlt habe.
Ich hoffe sehr, dass diese „Gravitationsintensität“ auf dem Camino nicht so sehr spürbar wird. Dass meine Füße mich und meine 12 Überlebenskilo gut die Küste entlang tragen werden und ich auf dem Weg ganz viel staunen darf.

Jan
Ich wünsche einen guten Weg mit angenehmen Erlebnissen und Begegnungen, sowie schönen Fotos für uns!
Schrati
Bei der Auswahl der Fotos muss ich jetzt immer an euch denken 🤗
Schrati
Danke! Bei der Auswahl der Fotos muss ich jetzt immer an euch denken 🤗
Dario Schrittweise
Hallo Schrati, ich wünsche euch eine erlebnisreiche Pilgerzeit. Hoffentlich kannst du wieder an die letzte Pilgererfahrung anknüpfen. Die Pilgerwege durch Portugal und nach Assisi interessieren mich auch. Vielleicht klappt es eines Tages. Bom caminho und liebe Grüße, Dario 🙂
mStern
den guten Wünschen kann ich mich nur anschließen! Ich freu mich sehr auf den Eindruck, den die Küstenroute hinterlässt – gerade aus Radler-Perspektive gibt es ja einige begeisterte Reiseberichte entlang der kompletten Atlantikküste – ich gehe stark davon aus, dass die Art der Fortbewegung da am Erlebnis nur wenig ändert.
Viel Freude und Kraft für eine beseelte Erfahrung mehr!
(und ja! Fotos! <3)
Schrati
Danke! Bei der Auswahl der Fotos muss ich jetzt immer an euch denken 🤗