Die Liebe ist der Herzschlag des gesamten Universums

Boarding for Madrid – Interrail #3

Unser Morgen in Barcelona beginnt sehr entspannt mit einem Frühstück in einer kleinen Bäckerei. Ein Kaffee, ein Croissant und ein kleines Lüftchen am Morgen – wir sind dankbar, dass wir diesen Moment hier genießen können.

Wir haben noch etwas Zeit bis zur Abfahrt unseres Zuges und schauen uns daher noch eines der quirligen Dali-Häuser an, bevor es wieder Richtung Zug geht.

Casa Batlló
Passeig de Gràcia

Der Bahnhof in Barcelona gleicht eher einem Flughafen als dem, was wir in Deutschland als Großbahnhof kennen. Das Gepäck wird von mas-o-menos aufmerksamen Sicherheitskräften durchleuchtet (Messer und Scheren sind nicht erlaubt, bleiben aber ohne Reklamation im Rucksack), dahinter kommt ein Wartebereich, die Gleise sind nur nach der Ticketkontrolle begehbar, mit festgelegter Boarding-Zeit. Die Tickets für den Zug nach Madrid mussten wir leider extra kaufen, da wir in unserer Planung keinen Reisetag mehr auf dem Interrail-Ticket übrig haben. Aber das haben wir zum Glück schon am Vorabend erledigen können, das Reisezentrum hat hier bis 0:30 Uhr geöffnet.

Sicherheitskontrolle in Barcelona-Sants

Auf dem Gleis wartet ein AVE, ein Siemens-Zug wie der ICE, der uns mit 300 km/h durch die spanische Steppe fährt. Ich bin immer noch fasziniert von diesem Verkehrsmittel und finde, dass die drei Stunden viel zu schnell vorbei gehen. Etwas verstörend sind lediglich die auf dem Boardbildschirm gezeigten Phantasy-Science-Fiction-Filme, auf denen immer mal ein Raumschiff oder ein Mensch explodiert. Das erinnert stark an die Jean-Claude-van-Damme-Filme, die in den peruanischen Überlandbussen liefen, allerdings wurde man dort zusätzlich noch stundenlang mit den dazugehörigen Maschinengewehrsalven beschallt. Im spanischen Zug herrscht zum Glück Ruhe.

Wir kommen pünktlich und entspannt in Madrid an, besichtigen noch den im historischen Bahnhofsgebäude untergebracht Palmengarten und beziehen ein sehr sauberes Zimmer in einer Wohnung etwas außerhalb des Zentrums.

Der anschließende Spaziergang durch die Stadt wirkt fast etwas unwirklich, waren wir heute morgen durch Barcelona gelaufen und gerade noch in Bordeaux gewesen. Aber ich bin begeistert, all diese Stationen mitzunehmen und das unterschiedliche Flair zu spüren. Madrid erscheint uns in diesen paar Stunden wesentlich moderner und geräumiger als Barcelona, aber wer weiß, welchen Eindruck wir auf der Rückreise noch gewinnen. Wir genießen den Spaziergang durch die mit prunkvollen Bauten gesäumten Straßen, in denen eine angenehme Ruhe herrscht.

Den Abend verbringen wir im Café Berlin, einem Jazz-Club, in der eine mexikanische Singer-Songwriterin auftritt und uns in eine ruhige, aber tief emotionale Klangwelt mitnimmt, ein sehr schöner Abend. Danach bleibt nur noch eine entscheidende Herausforderung: schlafen, entweder schweißgebadet vor Hitze oder neben dem laut brummenden Klimagerät – für beides sind die Erfolgsaussichten bescheiden, aber die Wettervorhersage macht zuversichtlich, dass es nicht noch eine weitere Nacht ohne frische Luft geben wird.

Vorheriger

Zugausfall – Interrail #2

Nächster

The Portuguese Rhythm- Interrail #4

  1. Jan

    mit Zugbaureihen kann ich mich stundenlang in der Wikipedia verlieren 😉
    https://de.wikipedia.org/wiki/Siemens_Velaro

    • Oh ja, das fi de ich auch super spannend 😅 und da musste ich auch an dich denken, als ich den Zug recherchierte. Gleich geht es wieder in einen AVE, mal schauen, was wir diesmal für einen Hersteller haben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Made with by schrati © 2009-2026