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Aminosäuren und Heilwasser – Romedio #2

Unser Tag startet heute mit dem Bus. Wir fahren in den nächsten Ort, um ein Sportgeschäft aufzusuchen, denn die Thematik mit den Spikes war ja noch offen. Wir werden auf Anhieb fündig und laufen mit unseren neuen Eisen-Leichtgewichten im Rucksack beruhigt los. Heute wird es ernst – ein langer Anstieg steht für den Vormittag an, auf dessen Mitte wir einen Kaffee eingeplant haben.

Um die Herausforderungen gut bewältigen zu können, werfe ich nach dem Frühstück erstmal eine Ladung essentielle Aminosäuren ein, die Christiane uns besorgt hat, einzunehmen „vor dem Wettkampf“. Das ist es ja auch ein wenig, ein Wettkampf mit der Schwerkraft.

Der führt uns erstmal durch einen wundervollen Waldweg, vorbei am Kaffee-und Sachertortenstopp und schließlich durch eine Art Geröllwüste, die eindrucksvoll mit den Kräften der Natur protzt. Wir steigen mit einer Mischung aus Ehrfurcht und tiefer Freude diesen wunderschönen Weg hinauf. Auf dem Weg staune ich immer wieder über die wunderschönen Kleeblätter und bin glücklich.

Ziel für die Mittagspause ist der Pilgerort Kloster Maria Waldrast, der nach unserem Abstecher ins Sportgeschäft schließlich auch wieder auf dem Romediusweg liegt. Hier ist ganz schön was los. Wer nicht hochwandern möchte, kann die Bergbahn nehmen und wem der Weg von der Bergstation zum Kloster noch zu weit ist, kann sich mit einer Bummelbahn fahren lassen. Dennoch genießen wir die Pause dort und statten der St. Peregrin Kapelle einen Besuch ab.

Aber das eigentliche Highlight des Klosters ist seine Heilquelle, dessen Wasser eine heilende Wirkung zugesprochen wird. Wir füllen gleich mal all unsere Behältnisse auf, man weiß ja nie. Und das Wasser ist definitiv herrlich erfrischend nach dem Aufstieg.

Bis zu unserem Ziel geht es jetzt fast nur noch bergab. Nahe des Klosters entdecken wir einen sehr besonderen Ort, es ist die Quelle eines Bachlaufs, die aus sieben einzelnen Quellen besteht. Das Wasser sprudelt mit einem kräftigen Rauschen aus dem Berg, einfach so aus dem Fels – das hat eine ganz besondere Energie.

Siebenbrunn, die Quelle des Waldraster Bachs

Nach einer Weile des Abstiegs, es ist inzwischen viertel vor drei, sehen wir ein Schild. Bis Trins, unserem Tagesziel, sind es noch vier Stunden über den Trinsersteig. Wir hatten uns die acht Kilometer eigentlich in gut zwei Stunden vorgestellt – für sehr viel mehr scheinen die Kraftreserven auch nicht zu reichen.

Der Waldweg ist aber bezaubernd, und entweder zahlen sich jetzt die Aminosäuren aus oder das Heilwasser, von dem ich immer wieder ein Schluck genieße (für morgen ist das Wasser leer, die Aminosäuren aber nicht – ich werde berichten). Kopf und Körper halten erstaunlich gut durch, sodass ich sogar Christiane immer wieder zum Durchhalten motivieren kann (üblicherweise ist das auf den letzten Kilometern andersrum der Fall).

Als wir kurz vor dem Ziel aus dem Wald kommen, eröffnet sich uns das großartige Panorama des Wipptals. In der Ferne sind alle Gipfel mit Schnee bedeckt, eine herrliche Aussicht. Wir pausieren nochmal kurz auf einer Bank, um diese umwerfende Umgebung zu genießen – sie entschädigt für viele der Anstrengungen.

In Trins wartet schließlich die Erlösung auf uns – eine heiße Dusche und Spinatknödel.

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  1. Hei

    Hallo C und C,
    Das ist Doping auf höchstem Niveau, vor allem die Mischung Heilwasser, Aminosäuren, Glücksklee und Spinatknödel,
    Gute Reise an Euch von Heidrun und Annette

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