Wir haben heute eine relative gemütliche Distanz vor, da wir bis Eisenach noch einmal übernachten werden. So gönnen wir uns ein sehr entspanntes Frühstück und brechen anschließend weiter Richtung Osten auf – allerdings auf einem Radweg, denn der Lutherweg ist ja grundsätzlich ein Wanderweg und damit nicht überall mit dem Rad so bequem zu befahren. Wir radeln also auf einer ehemaligen Bahntrasse hinauf nach Friedewald, wo wir ziemlich verschwitzt ankommen. Auch hier finden wir wieder eine offene, kleine Kirche, in der wir erstmal Kraft tanken und im schönen Licht ein wenig Stille genießen.
Anschließend geht es wieder auf dem Lutherweg weiter und wir nähern uns langsam dem Monte Kali, Abfallprodukt der Bergindustrie im Werratal, der von weitem sichtbar aus den Landschaft ragt. Daneben verläuft das Grüne Band, die ehemalige Grenze, mit seiner besonderen Flora und Fauna – um uns herum summt und brummt es intensiv.
Ich liebe die gelegentlichen Abfahrten durch den Wald, bei denen ich im Geschwindigkeitsrausch kurz die Welt um mich vergesse – bis ich am nächsten Lutherwegschild vorbei gefahren bin. Die Pfeile sind für ankommende Radfahrer leider meist ersten im letzten Moment zu erkennen – es ist dann eben doch ein Wanderweg.
In Dankmarkshausen holen wir uns unseren vorerst letzten Stempel für unseren Pilgerpass, denn unsere extrem gemütliche Unterkunft liegt ein Dorf weiter, und der letzte Abschnitt nach Eisenach – inklusive Drachenschlucht – ist leider nicht mehr ganz fahrradtauglich. Auch hier werden wir dann vermutlich auf den Radweg entlang der Werra ausweichen.
Nachdem uns auf dem Lutherweg diverse Schautafeln mit allerhand Infos aus dem 16. Jahrhundert versorgt haben, spazieren wir nach unserer Ankunft in Obersuhl noch den Grenzpfad entlang, sodass auch die neuere Geschichte, die uns immer wieder bewegt, auf unserem Weg Präsenz erfährt.









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