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Am Ziel – Elisabethpfad #10

Unser Tag startet heute mit einer kleinen Enttäuschung: Wir wollen in der Brücker Mühle frühstücken gehen und nehmen dafür sogar einen kleinen Umweg in Kauf. Leider fallen Kaffee und Croissant aufgrund von Betriebsferien aus. Ich frühstücke stattdessen meinen letzten Riegelvorrat – wie gut, dass ich den noch für Notfälle aufgehoben hatte.

Anschließend starten wir auf die letzte Etappe Richtung Marburg, auf der wir noch zwei Dörfer durchqueren. In Kleinseelheim gibt es dabei eine seltene Besonderheit in der Kirche: Da die Statik des Kirchturms klein elektronisches Glockengeläut zulässt, hängen im Kirchenraum Seile, mit denen die drei Glocken per Hand geläutet werden. Pilger*innen sind dazu explizit eingeladen – das lasse ich mir natürlich nicht nehmen und läute erstmal kräftig an einer der Glocken.

Meine Beine freuen sich den gesamten Vormittag auf unsere Mittagspause, die wir in Schröck einlegen. Von dort aus geht es dann nur noch einmal die Lahnberge hinauf und wieder runter. Auf dem Weg liegen noch einige Stationen mit Elisabeth-Bezug, allerdings muss die Reliquien-Besichtigung (es gibt wohl noch Knochenpartikel in Marburg) ausfallen, da die Krypta von St. Peter und Paul verschlossen ist.

Ich freue mich aber sowieso am meisten darauf, nach 200 Kilometern endlich unser Ziel zu erreichen – die Elisabethkirche. Vor der Kirche treffen wir auch endlich zwei andere Pilgerinnen. Sie hatten sich immer wieder vor uns in die Gästebücher der Kirchen eingetragen und sind eine Stunde vor uns in Marburg angekommen. Es ist etwas, das wir auf diesem Weg vermisst haben – den Kontakt und Austausch mit anderen, die auch auf diesem Weg unterwegs sind.

In der Kirche befindet sich leider eine riesige Baustelle, der steinerne Lettner hängt gedruckt am Gerüst. Wir sind dennoch am Ziel und erhalten den letzten Stempel in unserem Pilgerpass, der jetzt bis auf das letzte Feld gefüllt ist. Stolz und müde suchen wir uns schließlich ein Café für die jetzt wohlverdiente Pause.

Diesmal bleibt nicht lange Zeit, um anzukommen oder den Weg auf der Heimreise Revue passieren zu lassen, da wir nach anderthalb Stunden schon wieder zuhause unter der Dusche stehen. Doch bleibt viel Dankbarkeit für diesen Weg, für die Gastfreundschaft und die freundlichen Begegnungen, das gemeinsame Unterwegssein, die vielen Erinnerungen und Gedanken, die mich all die Tage begleitet haben und nicht zuletzt all die offenen Türen und Erfrischungspausen, die wir an vielen wunderbaren Orten einlegen durften.

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3 Comments

  1. Vielen Dank für die ausführliche und unterhaltsame Beschreibung eurer Pilgerreise. Nächste Woche werden auch wir auf dem Elisabethpfad unterwegs sein und wir freuen uns über die von euch gelieferten Bilder und Informationen. Viel Freude auf euren weiteren Wegen!

    Herzliche Grüße
    Steffi von lecw.blog

    • Liebe Steffi, ich habe den Kommentar gerade erst gelesen und hoffe, ihr habt auch eine schöne Zeit auf dem Elisatbethpfad gehabt! Ich schaue mir jetzt gleich mal eure Berichte an 🙂 liebe Grüße, Christina

  2. Danke für die guten Wünsche. Es hat uns sehr gefallen auf dem Elisabethpfad. Wir sind nicht ganz bis Marburg gekommen, aber die letzte Etappe werden wir hoffentlich beim nächsten Mal absolvieren, wenn es weiter geht in Richtung Rhein. Und wir sind gespannt auf weitere Berichte von euch!

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