Mit den 30 Kilometern in den Beinen ließ es sich in der gemütlichen Ferienwohnung äußerst gut schlafen. Allerdings sind wir heute etwas früher auf den Beinen, da fast 30 Grad angekündigt sind, das ist nicht weniger herausfordernd als ein Tag Regen. Der Rucksack ist heute besonders schwer, da ich über 2,5 Liter Wasser einpacke, um gut durch den Tag zu kommen.

Der Weg führt abwechselnd über Felder und durch den Wald, mit ein paar moderaten Steigungen und immer mal wieder einem Dörfchen. Und so machen wir auch heute wieder in einer der offenen Dorfkirchen Rast, in der heute sogar Apfelschorle bereit steht. Es ist wirklich erstaunlich, dass fast jedes Dorf noch eine Kirche hat, und es sind wunderbare Momente zum Ausruhen und Stille genießen, die wir dort verbringen. Die Initiative der Landeskirche für die offenen Pilger- und Radwegkirchen ist toll und wir fühlen uns an vielen Orten wunderbar eingeladen.

Auf dem Weg von Dorf zu Dorf träumte ich von einer Kirche mit einem Wassertretbecken im Garten, um die Füße zwischendurch etwas runterzukühlen. Leider vergeblich. Auch einen Brunnen hätte ich genommen. Nachdem wir gestern auf den Waldwegen wild um uns geschlagen haben, um alle möglichen Insekten von uns fern zu halten, haben wir uns ein Anti-Mücken-Spray gekauft, welches zusammen mit der Sonnecreme ein einmaliges Hautfeeling erzeugen, dem ich mich mit der Zeit einfach ergebe.

Nach 16 Kilometern wartet aber schließlich doch noch etwas vorzeitige Erlösung auf mich, da der Weg direkt am Badeabschnitt des Frielendorfer Silbersees vorbei führt. Auch wenn sich die ersten Blasenpflaster im See aufzulösen beginnen, sind wir für die ausgiebige Pause und die Abkühlung im Wasser extrem dankbar.

An unserem Etappenziel in Spieskappel kommen wir vier Kilometer später dann trotzdem ziemlich müde an. Meine Füße entwickeln kurz vor Schluss nochmal neue Blasen und glühen, ich bin gespannt, wie das morgen weitergeht.
Wir übernachten wieder in einem Pfarrhaus, das aber ehrlich gesagt nicht besonders belebt aussieht und eher zum Verweilen im Garten einlädt. Hier genießen wir dann auch unsere leckere Abendessenskomposition aus dem Supermarkt. Heute kommt dann auch nochmal mein Outdoor-Kissen zum Einsatz, auf dem ich letztens kein Auge zugekriegt habe. Vielleicht muss ich vor der nächsten Pilgerung dann doch nochmal Equipment shoppen gehen.
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