Mein Tag beginnt nach einer durchwachsenen Nacht mit einem sehr leckeren Schoko-Croissant, das Christiane mir vom Becker mitbringt. Nach dem Frühstück im Zimmer laufen wir los und haben auch hier beste Bedingungen: der Himmel ist blau, die Sonne aber nicht zu warm, genau perfekt zum Laufen.

Meine Beine wollen heute aber leider nicht so in die Gänge kommen. Der Weg führt heute wieder einige kleine (Mittelgebirgs-) Berge hinauf und ich werde auch nach einiger Zeit nicht richtig wach. Der Tag heute bleibt ein langer Kampf gegen die Schwerkraft. Pilger ist: auch die kraftlosen Momente annehmen. Und am besten weitergehen.

Dennoch bleibt ausreichend Energie, um den wunderschönen Weg wahrzunehmen, der uns ganz schmal durch die Wälder führt. An vielen Stellen steigt mit jedem Schritt ein ganzer Schwarm Schmetterlinge auf und flattert vor uns in den Sonnenschein. Und auch heute müssen wir nur den Mund aufmachen und die Himbeeren fliegen förmlich hinein. Trotz Müdigkeit ein toller Tag in der Natur.

Nach knapp 22 Kilometern erreichen wir am Nachmittag Spangenberg und freuen uns auf eine ganz besondere Unterkunft. Eine kleine Kirche, ehemals eine Hospital Kapelle, biete eine Unterkunft, man kann entweder in der Kirche selbst oder in der Sakristei schlafen. Zwar müssen wir erstmal feststellen, dass unsere Buchung im Spamordner der sehr herzlichen Herbergsmutter gelandet ist, aber wir können trotzdem bleiben und beziehen das Himmelbett in der Sakristei.

Nach dem Abendessen sitzen wir in der Kirche, quasi unser Wohnzimmer für heute Abend, eingemummelt in Decken, dokumentieren unser Tagewerk, sind einige Lieder im schönen Klang des Raumes und ich fühle mich trotz oder gerade wegen dieses anstrengenden Tages sehr aufgehoben.

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