Die Nacht in der Sakristei war für mich sehr gut, aber auch recht früh vorbei. Wir brechen heute etwas zeitiger auf, da wir heute mit ca. 30 Kilometern die längste Etappe unserer Tour vor uns haben und wissen, dass das eigentlich ein bisschen zu lang ist. Wir haben dazwischen aber leider keine Unterkunft gefunden, deshalb bleibt uns nichts anderes übrig, als die Herausforderung anzunehmen.

Der Vormittag ist relativ kühl und bedeckt, was uns heute sehr gelegen kommt. Genauso wie eine kleine Kneippanlage, die uns nach sechs Kilometern nochmal einen richtigen Neustart für unsere Füße gibt. Wir sind auf flachem Asphalt unterwegs und kommen daher ziemlich gut voran.

Unser Animal of the day ist heute die Hummel, die wir auf allerhand Blüten entdecken und zwischendurch immer wieder bestaunen. Zur Mittagspause sind wir noch fit, haben die Hälfte des Wege schon gepackt, sind heute aber auch offen für Abkürzungen, die wir auf der Karte (Empfehlung: Locus Maps) ausmachen können.

Am Nachmittag wirs es langsam wärmer und die letzten fünf Kilometer nach Homberg Efze werden dann doch zu einer Kraftprobe für Füße und Beine. Ich spüre die ersten Blasen an meinen Füßen und sehne mich nach einer Dusche, der wir uns Schritt für Schritt nähern. Ich schwanke zwischen diszipliniertem Weitermaschieren und der Bitte um einen göttlichen Energieriegel – mit der Mischung aus beidem, herrlichen Ausblicken und Christiane an meiner Seite schaffe ich es bis in die Stadt.

In Homberg schauen wir noch in der Kirche vorbei, erhalten hier aber erstmals keinen Stempel. Der wurde in die Touri-Info ausgelagert, die jedoch schon seit Stunden geschlossen hat. Aus der Kirche stolpern wir dafür direkt in eine Eisdiele, in der ein großes Spaghettieis auf mich wartet.

Nach dem Zimmer im Gemeindehaus und der Sakristei in der Kirche, sind wir heute sehr luxuriös untergebracht. Eine Ferienwohnung mit zwei gemütlichen Zimmern und etwas ganz besonderem: einer Waschmaschine. Nach 29 Kilometern heute und insgesamt der Hälfte unseres Pilgerwegs haben wir ausreichend Klamotten, die sich für einen maschinellen Waschgang qualifizieren und so hoffen wir, dass wir morgen wieder rundum frisch starten können.

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