Letzte Woche habe ich ein Praktikum bei einer gemeinnützigen Hilfsorganisation begonnen. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter dort sind überwiegend Pensionäre, die – konstitutionsbedingt weitgehend nach Geschlecht getrennt – verschiedene Aufgaben übernehmen.

Die ersten Tage war ich mit den älteren Herren unterwegs, die sich dann über denn Tennisclub unterhielten, die Gartenarbeit (viel Gartenarbeit), den Atomstrom oder was man halt so gerade im vorbeifahren sah. Ende der Woche habe ich mit den Ladies zusammengearbeitet, die dann naturgemäß doch sehr viel redseliger waren. Eine fragte mich im Gießener Slang (das ist nicht so schlimm wie Monnemer Muddersproch, aber trotzdem nicht schön), ob ich denn bei der Professor M. da sei. “Die war gestern wieder in der Zeitung gewesen! Ich weiß aber net, was se gemacht hat!” Während der intensiven Beleuchtung der Gießener Ärztelandschaft fühlte ich mich fast versucht mitzureden, als die Namen meiner Hausärztin, meiner Internistin und meines Zahnarztes gefallen waren. Ahhhh, das Gesundheitswesen… Danach wurde sich noch zur Atom-Demo verabredet, als würde man abends Doppelkopf spielen gehen. “Machen wir wieder so wie gestern, ne?!” Sehr cool!